Elektromagnetisch abgeschirmte Kammer

Elektromagnetisch abgeschirmte Kammer

Einführung in die elektromagnetisch abgeschirmte Kammer​

Elektromagnetisch abgeschirmte Kammern dienen der Isolierung elektromagnetischer Umgebungen im Innen- und Außenbereich und gewährleisten so den normalen Betrieb elektronischer und elektrischer Geräte. Insbesondere in der Messtechnik und beim Testen elektronischer Komponenten und Geräte simulieren diese Kammern (auch reflexionsarme Kammern genannt) ideale elektromagnetische Bedingungen, um die Messgenauigkeit zu verbessern. Sie werden hauptsächlich für Prüfungen auf leitungsgebundene Emissionen (CE), diskontinuierliche Interferenzen, Störleistung, Dreiplattenstrahlung, CDN-Strahlung und leitungsgebundene Immunität eingesetzt.

Parameter

Abschirmwirkung Messwerte: Normalerweise in Dezibel (dB) ausgedrückt, z. B. 60–100 dB bei niedrigen Frequenzen (14 kHz–1 MHz) und 80–120 dB bei hohen Frequenzen (>1 MHz).
Frequenzbereich: Deckt DC bis 40 GHz oder höher ab, um verschiedenen Testanforderungen gerecht zu werden.
Magnetfeldabschirmung: Speziell kalibriert für niederfrequente Felder (z. B. 50 Hz Netzfrequenz), mit einer Dämpfung von bis zu 30 dB
Abschirmwirkung Struktur und Materialien
Materialien:
Verzinkter Stahl (kostengünstig)
Kupfer (überragende Hochfrequenzleistung)
Mehrschichtverbundmetalle
Konstruktion: Durchgehendes Schweißen oder modulare Baugruppe mit leitfähigen Dichtungen an den Verbindungsstellen
Türdesign: Elektromagnetische Messerkanten-Dichtungstür mit pneumatischer oder mechanischer Kompression
Belüftungswellenleiter: Wabenförmige Wellenleiterfenster mit Öffnungen <1/20 der höchsten Frequenzwellenlänge, die die Belüftung gewährleisten und gleichzeitig die Abschirmung aufrechterhalten
Filter: Strom-/Signalleitungsfilter mit ≥60 dB Einfügungsdämpfung zur Unterdrückung leitungsgebundener Störungen
KONTROLLE DER UMGEBUNG Erdungswiderstand: ≤1 Ω für optimale Erdung
Abmessungen: Anpassbar; gängige Größen reichen von klein/mittel (3 m × 3 m × 2 m) bis groß (20 m × 10 m × 8 m)
Temperatur/Luftfeuchtigkeit: Integrierte Klimaanlage hält 20–25 °C und 30–60 % relative Luftfeuchtigkeit aufrecht

Kerntestfunktionen

Emissionstests Strahlungsemissionen (RE): Misst die Intensität elektromagnetischer Wellen gemäß CISPR 16
Leitungsgebundene Emissionen (CE): Erkennt Störsignale, die über Strom-/Signalleitungen geleitet werden
Immunitätstests Strahlungsimmunität (RS): Wendet Störfelder an (z. B. 10 V/m über Antennen), um die Widerstandsfähigkeit des Geräts zu überprüfen
Leitungsgebundene Störfestigkeit (CS): Fügt Störsignale über Koppelklemmen ein, um die Störfestigkeit des Kabels zu testen
Transiente Impulstests Felddämpfungsmethode: Vergleicht die Unterschiede der Feldstärke im Innen- und Außenbereich, um die Wirksamkeit der Abschirmung zu bestätigen
Leckagepunkterkennung: Verwendet Nahfeldsonden oder Spektrumanalysatoren, um Abschirmungsdefekte zu lokalisieren

Anwendungen

Elektronikfertigung Vorab-Konformitätsprüfungen der EMV für Unterhaltungselektronik (z. B. Smartphones, PCs) zur Einhaltung der FCC/CE-Standards
Abstrahlungs-/Immunitätsprüfung für Automobilelektronik (z. B. Radar, BMS) gemäß ISO 11452
Gesundheitswesen & Militär Elektromagnetische Sicherheitsbewertung für medizinische Geräte (MRT, Herzschrittmacher) gemäß IEC 60601
Hochschildtests für militärische Ausrüstung (Radar, verschlüsselte Kommunikation) gemäß MIL-STD-461G
Forschung & Zertifizierung Untersuchungen der elektromagnetischen Eigenschaften neuartiger Materialien an Universitäten/Forschungsinstituten
Konformitätszertifizierung durch Drittlabore (z. B. Intertek, BV)
Telekommunikation & Energie Kreuzinterferenztests für 5G-Basisstationen und Satellitenausrüstung
Durchgeführte Interferenzanalyse für PV-Wechselrichter und Smart Meter

Zugehörige schalltote Kammer